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Oft reichen wenige Worte, um zu begeistern. Und im Corporate Blog?

Was ist eigentlich die ideale Satzlänge in einem Blogartikel? Gibt es da Regeln, Richtwerte und Best Practices? In diesem Ratgeber profitieren Sie von meinen Erfahrungen aus der Praxis. Außerdem erwarten Sie hilfreiche Tipps, mit denen Sie Ihre B2B-Blogartikel ab jetzt noch fesselnder gestalten.

Ideale Satzlänge = optimale Lesbarkeit?

Beim Bloggen von B2B Content ist viel Fingerspitzengefühl gefragt. Kein Wunder, denn auch dieses Handwerk erfordert langjährige Übung.

Eine häufig gestellte Frage ist dabei, wie lange ein gut rankender Artikel idealerweise sein sollte. Auch der optimale Umfang seiner Sätze sorgt regelmäßig für Fragezeichen.

Meine Erfahrung ist: Eine pauschale Antwort gibt es auf beide Fragen nicht. Zwar lässt sich die optimale Lesbarkeit eines Satzes auf zwischen neun und 15 Worte festlegen. Als Anhaltspunkt. Doch auch hier gibt es wieder viel individuellen Spielraum.

Fragen Sie verschiedene Wortexpert*innen, werden Sie also höchstwahrscheinlich ebenso viele unterschiedliche Antworten erhalten.

Die Sache ist nämlich die: Ob Ihr Blogartikel bei Mensch und Suchmaschine gut ankommt, liegt weder an der Wortanzahl, noch an der Satzlänge.

Wichtig ist vielmehr, dass Ihr B2B-Content

  • gut lesbar,
  • einfach zu verdauen und
  • zweckmäßig gehalten ist.

Das Bieten von Mehrwert versteht sich von selbst. Der Content muss also ein Bedürfnis Ihrer Zielgruppe erfüllen.

Außerdem ist nie verkehrt, wenn Sie Ihren Content optisch abwechslungsreich gestalten. Das wird er beispielsweise durch die Nutzung von

  • Bildern,
  • Videos,
  • Überschriften,
  • Aufzählungen
  • oder auch Zitaten.

Die ideale Satzlänge von Bloginhalten: Mehr ist nicht immer mehr

Neun bis 15 Worte in einem Satz sind ein guter Richtwert. 20 Worte pro Satz ist je nach Kontext hart an der Grenze, aber in Ordnung. Darüber hinaus ist es häufig schwer, den Überblick bezüglich der Aussage zu behalten.

Ist der Text zu verschachtelt, verliert er gerne an Momentum. Sie kennen es vermutlich: Sie lesen und lesen und wissen nach dem dritten Komma nicht mehr, worum es eigentlich ging.

Das ist ein klares Anzeichen für zu viele Worte zwischen zwei Punkten.

Was ich empfehle: Meine Sätze sind in 97 % der Fälle durch ein Komma oder gleichwertiges Satzzeichen getrennt. Die restlichen 3 % enthalten bis zu zwei Kommata. Drei und mehr Satzzeichen kommen bei mir so gut wie nie zum Einsatz. Da kürze ich lieber.

Denn:

Kurze Sätze rocken.

Sie bringen viel Leben auch in sachlichere Blogartikel. Clever gesetzt fördern sie den Lesefluss ungemein. Oft wirken sie nämlich als eine Art rhythmischer Beschleuniger für Ihren Text.

Für deren Einsatz gibt es jedoch kein Patentrezept. Vielmehr gilt: Umso mehr Sie schreiben, umso besser wird Ihr Sprachgefühl. Denn ja: Bloggen ist ein Handwerk, das gelernt und fortwährend geschult werden kann. Für mich als B2B-Bloggerin ist das ein Muss.

Lang oder kurz? Die Mischung machts

Ich bin definitiv keine Freundin von Verallgemeinerung. Daher werden Sie bei mir keine verbindliche Antwort auf unsere Eingangsfrage Was ist die ideale Satzlänge in einem Blogartikel? erhalten.

Die Sache ist nämlich die:

Was meine Zielgruppen begeistert, muss nicht auf Sie und Ihre Leser*innen zutreffen. Auch die Algorithmen von Suchmaschinen befinden sich in einem steten Wandel.

Das Trio analysieren, optimieren und testen ist also bei der Erstellung Ihres Blog-Contents gefragt.

Und das ist mein vielleicht wichtigster Tipp:

Begrenzungen der Wortanzahl nach oben oder unten hin dürfen als Richtwerte gesehen werden. Gleichzeitig lohnt es, scheinbaren stilistischen No-Gos hin und wieder auf den Zahn zu fühlen. Füllwörter sind hierfür wohl das Paradebeispiel. Sie werden oft als Indikator für einen schlechten Stil abgetan.

Was dabei unterschätzt wird: Nicht selten sind sie es, die einen Blogartikel erst so richtig lesenswert machen. Emotional. Fesselnd. Menschlich eben.

Kurz & knapp: Sie sind an der Reihe!

Sie sind unschlüssig, ob die Sätze Ihrer Blogartikel die optimale Länge besitzen? Probieren Sie doch einmal folgende Vorgehensweise aus:

  1. Lesen Sie den Text einmal komplett durch. Nehmen Sie sich hierfür Zeit.
  2. Lassen Sie das Gelesene auf sich wirken. Ist alles verständlich? Wird Ihre Intention erfüllt?
  3. Kopieren Sie Ihren Ausgangstext in ein Dokument. Später vergleichen Sie Ihre neue und alte Fassung miteinander.
  4. Optimieren Sie nun die Stellen im Text, die sich holprig lesen. Arbeiten Sie auch mit Satzzeichen wie – : oder ;
  5. Kürzen Sie überlange Sätze und konzentrieren Sie sich auf eine einzelne Aussage pro Satz.
  6. Lesen und vergleichen Sie je einen Absatz beider Texte. Wie wirken die Abschnitte?
  7. Holen Sie wenn möglich weitere Meinungen zur Bearbeitung ein. Optimieren Sie bei Bedarf erneut.
  8. Übertreiben Sie es nicht mit der Optimierung! Testen Sie in der Praxis, wie die Neufassung ankommt.

Mit dieser Vorgehensweise sind Sie in der Lage, die für Sie ideale Satzlänge in einem Blogartikel herauszufinden. Denn wie gesagt: Eine pauschale Regel für Lesebegeisterung im B2B-Blog gibt es nicht.