Brauchen Unternehmensblogs eine Fehlerkultur?
Die Angst vor Fehlern versperrt uns nur allzu oft den Weg. Schade eigentlich …

Brauchen Unternehmensblogs eine Fehlerkultur? Und wenn ja, warum?

In diesem Beitrag teile ich meine Gedanken zu diesem spannenden Thema mit Ihnen. Außerdem erwarten Sie 3 einfach umsetzbare Tipps, die Ihre Fehlerkultur im Corporate Blog stärken.

Fehler sind kein Beinbruch – im Gegenteil

Thomas Watson, der vielleicht bekannteste CEO von IBM, soll sinngemäß gesagt haben:

Wer es in seinem Unternehmen zu etwas bringen will, muss seine Fehleranzahl verdoppeln.

Logisch, denn:

Nur wer etwas macht, macht hin und wieder auch einen Fehler. Und kann daraus lernen.

Fehler sind also der Nährboden für echtes Wachstum. Dennoch fällt es oft schwer, sie als Potenzial zu akzeptieren.

So schämen wir uns etwa für ein Missgeschick, bevor es überhaupt eingetroffen ist. Wenn es denn eintrifft. Oder versuchen es mit allen Mitteln zu vermeiden. Puh, Glück gehabt!?

Viele Horrorszenarien spielen sich trotzdem nur in unseren Köpfen ab – auch im Corporate Blog.

Fehlerkultur in Unternehmensblogs: Wir bloggen nicht, weil …

Corporate Blogs sind eine extrem starke Bereicherung im Marketing-Mix von heute für morgen.

Dennoch verzichten nach wie vor viele Unternehmen darauf. Nicht nur im B2B. Die Gründe hierfür könnten vielfältiger nicht sein. Einer davon ist zu glauben, nichts – oder nicht das Richtige – zu sagen zu haben.

Pardon, aber da muss ich einhaken: Wenn Sie nicht kommunizieren, wer dann? Sie kennen Ihr Angebot und Ihre Zielgruppe doch am besten.

Ein Stummal zu sein ist in vielen Fällen nur eine Ausrede. Schließlich können Sie jedes Problem lösen oder bei Bedarf externe Expertise einkaufen. Möchten Sie also unternehmerisch bloggen und tun es nicht (wie gewünscht), ist der Hund eventuell hier begraben:

Der Umgang mit möglichen Fehlern – und eventuell damit einhergehender Kritik – im Blog ist noch unklar.

Für eine bessere Fehlerkultur im Unternehmensblog: Mut

Kennen Sie das: Sie stöbern eine Weile im Netz und irgendwann liest sich gefühlt jeder zweite Artikel gleich. Sie wissen schon gar nicht mehr, auf welcher Website Sie gelandet sind …

Einer der Gründe ist die fehlende Bereitschaft, auch einmal mit den eigenen Inhalten anzuecken. Kurz: Es mangelt an Mut zur eigenen Stimme.

Sie ist es jedoch, die Sie von den zahlreichen anderen Angeboten abhebt. Es ist schon paradox:

Auf der einen Seite wird der USP leidenschaftlich beschworen. Dann wieder ist er scheinbar doch nicht mehr so wichtig …

Eine tragfähige Fehlerkultur im Unternehmensblog erfordert also immer Mut als Basis. Ohne sie geht es nicht.

Innovation hat drei Buchstaben

Innovation ist eines der Buzzwords der Stunde. Doch worum handelt es sich bei ihr eigentlich?

Tun.

Innovation ist, etwas umzusetzen.

Die revolutionärsten Ideen bringen nichts, wenn sie auf einem Blatt in der Büroschublade verstauben.

Auch ein Unternehmensblog ist Innovation. Im Gegensatz zur meist statischen Homepage oder anderen Landingpages wird er fortwährend mit neuen Inhalten bestückt.

Und dass sich dabei hin und wieder ein Fehler einschleicht, liegt in der Natur der Sache.

Alles halb so wild: 3 Tipps für eine gestärkte Fehlerkultur in Unternehmensblogs

Um Ihre Fehlerkultur im Unternehmensblog zu stärken, heißt es: über den eigenen Schatten zu springen. Das Streben nach perfektem Content loszulassen. Auch einmal nicht so gut anzukommen. Und es dann doch noch einmal zu probieren.

Das ist vielleicht unangenehm, aber bietet extrem viel Wachstumspotenzial.

1 Aktivieren Sie Ihre Kommentar-Funktion.

Sie lesen einen Artikel und freuen sich schon auf die weiterführende Diskussion. Sie scrollen gefühlt ins Nirwana, doch von einer Kommentarfunktion keine Spur. Blöd – sie ist deaktiviert.

Das spart auf den ersten Blick zwar organisatorischen Aufwand, doch bietet einen massiven Nachteil: Kommuniziert wird hier nur einseitig. Wird das dem Medium gerecht?

Haben auch Sie die Schlummertaste für Ihre Kommentar-Funktion gedrückt, ist aufwachen eine gute Idee. Schließlich ist Ihr Unternehmensblog ein Kommunikationskanal. Und die funktioniert am besten als Dialog.

2

Trauen Sie sich zu testen.

Nicht alles läuft nach Plan. Hey, that’s life. Probieren Sie also verschiedene Content-Formate aus.

  • Sind Fachartikel die beste Wahl für Ihre Zielgruppe?
  • Wollen Sie freundschaftlich über Ihren Unternehmensalltag berichten?
  • Sollen interne News auch im Blog aufbereitet werden? Oder möchten Sie Branchennews thematisieren?

Anschließend können Sie analysieren, welche Formate top und welche eher Flop sind.

Und:

Gibt es kritische Stimmen zu Ihren Inhalten? Nehmen Sie diese ernst und machen Sie es beim nächsten Mal besser.

Bedenken Sie jedoch auch, dass Sie nie jedem gefallen können oder gar müssen. Seien Sie offen für Verbesserungsvorschläge, doch kein Fähnchen im Wind.

3 Kümmern Sie sich um die Basics.

Vor lauter Wald sehen wir oft die Bäume nicht mehr. So geht es doch jedem, oder? Daher mein letzter Tipp:

Prüfen Sie, ob die Basis für eine starke Fehlerkultur auch abseits Ihres Unternehmensblogs stimmt.

  • Wie ist Ihr Umgang mit Fehlern im Allgemeinen?
  • Muss alles sofort zu 1.001 % stimmen? Ist done better than perfect?
  • Erlauben Sie sich und Ihrer Crew, auch einmal im Dunkeln zu stochern?

Auf diese drei Fragen kann es keine pauschale Antwort geben. Jedes Unternehmen ist anders, ebenso die Fehlerkultur im hauseigenen Blog.

Jedoch lohnt es sich, hin und wieder genau hinzusehen: Wo stehen wir uns mit unserer Fehlerkultur womöglich selbst im Weg? Stimmt sie noch? Und: Wie können wir es zukünftig besser machen?

Ihre Meinung ist gefragt!
Wie wichtig sind Fehler für Sie?

Manuela Holmer
Manuela Holmer

B2B-Bloggerin Manuela Holmer hilft Unternehmen ohne eigener Marketingabteilung dabei, einfach online gefunden zu werden.

Für ein optimales Ranking setzt sie auf suchmaschinenoptimierte Blogartikel aus echter Handarbeit.

Die 29-Jährige ist staatlich geprüfte Fremdsprachenkorrespondentin mit den Schwerpunkten Wirtschaftsenglisch und -französisch.

Wenn sie nicht gerade bloggt, rockt sie die Musikbranche.